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Mittwoch, 17. Oktober 2007
Live aus Wald und Wiese
Leckeres von der Wiese - Die Kräuterfrau
von Bischofsgrün
Nach zwei Tagen mit Reportagen aus dem Wald
ist unser Reporter Peter Schreiber diesmal
auf einer Wiese in der Umgebung Bayreuth
unterwegs. Er ist zu Gast bei Karin Holleis
in Bischofsgrün. Frau Holleis bezeichnet
sich selbst als „Kräuterfrau“. Vor einigen
Jahren machte sie aus ihrem
leidenschaftlichen Interesse für Kräuter
einen Beruf. Sie verarbeitet Pflanzen zu
Essbarem und heilenden Tinkturen, berät
Menschen in Gesundheitsfragen, leitet
Kräuterwanderungen und Kräuterseminare und
vieles mehr.
Im Herbst gilt ihr Interesse vor allem den
Wurzeln von Wildkräutern, die sie sammelt
und verarbeitet. Von ihrem Haus aus hat man
einen phantastischen Blick über die
weitgehend naturbelassenen Wiesen der
Umgebung. Damit möglichst viele Wildkräuter
wachsen, ist es wichtig, dass eine solche
Wiese nicht gedüngt und nicht zu oft gemäht
wird.
Bei der Auswahl der Zutaten für die Küche
sei es wichtig, nicht nur die richtigen
Kräuter zu sammeln, sondern möglichst auch
junge, nicht zu trockene Exemplare von
ihnen, erklärt sie Peter Schreiber und weist
auf eine Beifußpflanze, die schon viele
harte und zähe Triebe ausgebildet hat. Der
Beifuß zählt in unseren Breiten zu den
ältesten nachweisbaren Heilpflanzen. Reste
davon wurden schon in Höhlen der
Steinzeitmenschen gefunden.
Die Brennnessel, von Gärtnern nicht gerade
geliebt, ist für Karin Holleis kein Unkraut,
sondern eine wild wachsende Pflanze, die
sich vielfältig beim Kochen verwenden lässt.
Man solle sie aber nicht über 70 Grad
erhitzen, damit ihre Vitalstoffe nicht
verloren gehen.
In der Küche werden derweil Blätter paniert
und in der Pfanne ausgebacken, darunter
solche von der Fetthenne, vom Salbei und
Blüten der Kapuzinerkresse. Als Panade wird
ein Bierteig verwendet. Natürlich lässt
Peter Schreiber es sich nicht nehmen, ein
knusprig paniertes Salbeiblatt zu probieren.
Shakira, die vierjährige Enkelin von Frau
Holleis, hat sich unter die vielen Leute
gemischt, die in der Küche alle möglichen
Kräuterrezepte ausprobieren. Ihr
Lieblingskraut ist die Ringelblume, jene
hübsche orangefarbene Blume, die in vielen
Gärten wächst. Eine der Besucherinnen von
Karin Holleis hat gerade eine
Ringelblumen-Butter zubereitet.
Ringelblumen, Butter, Zimt und ein Spritzer
Zitrone sind die Zutaten dafür.
Eine weitere Köchin verwandelt Körner,
Flocken, Käse und eine Mixtur aus Kräutern
zu Kräuterbratlingen, die wie Frikadellen
aussehen, aber ganz anders schmecken (Rezept
s. unten). Nachdem Peter Schreiber vieles in
der Küche, auf der Wiese und im Garten
probiert hat, muss er zugeben: Es gibt kein
Unkraut, das nicht schmeckt. Und: Gegen den
Siegeszug der Kräuter ist kein Kraut
gewachsen.
Die Rezepte von Karin Holleis
Wildkräuterbratlinge
(Rezept für ca. 30 Bratlinge)
• 200 g Dinkelflocken (oder gekochten Reis)
• 200 g Reibekäse
• 50 g Sonnenblumenkerne
• 50 g Pinienkerne (es können auch
zerkleinerte Walnusskerne oder Haselnüsse
sein)
• 2 in Würfel geschnittene Zwiebeln
• 2-4 Knoblauchzehen (kann auch weggelassen
werden)
• 1 Ei
• 1/4 Liter Wasser
• 1Tasse kleingeschnittene Wild- oder
Gartenkräuter (im Winter können auch
getrocknete Kräuter verwendet werden ) wie
z. B Beinwell – Giersch – Knoblauchrauke –
Sauerampfer – Kresse – Wiesenbärenklau –
Gänseblümchen - Bärlauch - Kerbel –
Petersilie – Estragon – Schnittlauch u.s.w.
je nach Geschmack und Vorrat.
• 1 EL. Brühe
• 1Teel. Curry - 1Teel. Salz – 1Teel.
Pfeffer – etwas Chilipulver
• Paniermehl zum binden , wenn der Teig zu
dünn geworden ist
Alle Zutaten zu einem Teig verrühren und ca.
1/4 Stunde gehen lassen.
Teig verkneten, gegebenenfalls Paniermehl
dazugeben, bis ein gut formbarer Teig
entstanden ist ca. 30 Bratlinge formen (wie
Frikadellen) - nicht zu dick - um so dünner
die Bratlinge sind , um so besser schmecken
sie.
Bratlinge heißem Fett wie Frikadellen
ausbraten.
Können gut vorher oder einen Tag früher
ausgebraten werden, da die Bratlinge auch
sehr gut kalt schmecken.
Dazu passen gut Bratkartoffeln,
Pfannenkartoffeln, Blechkartoffeln oder
Kartoffelsalat oder auch einfach zwischen
ein Brötchen mit Senf, Tomatensoße, Salat
und Zwiebeln.
Rote Soße oder Kräuterquark.
Wildkräutersalat
• 2 Handvoll gemischte Kräuter nach Saison
z.B.: Wiesenschaumkraut, Bitteres
Schaumkraut, Mädesüß, Weiße Taubnessel,
Sauerampfer, Giersch, Scharbockskraut,
Löwenzahn, Wiesen-Bärenklau, Schafgarbe.
• 2 Kopf Eisbergsalat, 2 Salat
• 2EL Diest- oder Olivenelöl
• 2EL Obstessig
• 4 EL Apfelsaft
1½ TL Senf
• Salz und Pfeffer zum würzen
• Etwas Butter
• 8 Eier, 4 Scheiben Toastbrot
Zubereitung: Eier kochen und pellen. Toast
in Würfel schneiden und mit Butter und etwas
Salz in der Pfanne rösten.
Die gut abgetropften Kräuter grob klein
schneiden und den Eisbergsalat auf
Gabelgröße klein reißen.
Aus Öl, Essig und Apfelsaft mit Salz, Honig
und Senf eine Vinaigrette rühren, über die
Kräuter gießen und vermischen. Auf einer
großen Platte anrichten, mit Eiervierteln
umlegen, geröstete Brotwürfel drüberstreuen
und mit Gänseblümchen, Löwenzahn- oder
Malvenblüten dekorieren.
Anmerkung: Wenn gewünscht,
können ausgelassene Schinkenspeckwürfel
unter den Salat gemischt werden.
Dieser
Text gibt den Beitrag vom 17.10.2007 wieder.
Eventuelle spätere Veränderungen des
Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.
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